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Mark Pesce

Pur3D im Internet:

Ein Gespräch mit Mark Pesce, dem Schöpfer von VRML

Der Softwarestandard VRML soll das Internet zu einem begehbaren Raum machen !

David Bennahum



Der Geschichte von Mark Pesces VRML kann man entnehmen, wie sehr eine solche Leistung von der Gemeinschaft im Netz lebt. Und woran ihre Schöpfer wirklich interessiert sind: an der Suche nach neuen medialen Formen, an der Entwicklung einer Maschine zur Verstärkung unserer Geisteswerkzeuge - und nicht an hirnlosem Technikfortschritt. Das geht bis hin zu Pesces Hoffnung, sein Werk möge dem kalten, intellektuellen Computerwesen eine spirituelle Dimension verleihen.

Zeit : Sie sind Zögling einer Elite-Uni . . .

Pesce : Ich war am Massachusetts Institute of Technology , aber ich habe keinen Abschluß. Man hat mich rausgeworfen. Wenn ich noch einmal die Wahl hätte, würde ich auf eine Kunsthochschule gehen, nicht mehr irgendwohin, wo man so fixiert auf Technik ist. Das war auch die Zeit, wo ich erst mit meinem Schwulsein zurechtkommen mußte. Im ersten Jahr am MIT bestand ich kaum die Fachprüfungen, aber ich gewann einen Preis für Belletristik. Das zweite Jahr war schon das letzte. Ich ging und kam nie wieder. Fünf, sechs Jahre lang hatte ich ein schlechtes Gewissen, aber inzwischen quälen mich auch meine Eltern nicht mehr damit, weil ich ja berühmt bin.


Zeit : Was geschah denn in den zehn Jahren zwischen MIT und VRML?

Pesce : Ich habe weiter an Computern gearbeitet und mir gedacht, daß digitale Kommunikation das wirklich heiße Gebiet sein würde. Nach allerhand Jobs ging ich zu Shiva. Die Firma hatte kaum fünfzehn Leute, als ich anfing.

Zeit : Das war wann?

Pesce : 1988. Die Firma hatte eine Vision. Und zwar: Wo immer eine Telephonbuchse ist, haben wir auch schon einen Anschluß ans Computernetz, ans Internet. Heute ist das banal. 1988 war das abseitig. Ich war fasziniert davon. Dreieinhalb Jahre blieb ich dort und arbeitete mit denen daran.


Zeit : Programmierarbeit?

Pesce : Ja, Design von Bildschirmoberflächen, vor allem auf dem Apple Macintosh. Ich habe abstrakte Technik, also Netzschnittstellen und -geräte, intuitiv erfaßbar auf dem Schirm dargestellt.

1988 kam ja auch Virtual Reality, da fing der hype mit den Künstlichen Welten im Computer an. Der Scientific American brachte den Datenhandschuh auf seinem Titel, und Jaron Lanier, der das Gerät erfunden hatte, war als VR-Guru in ganz Amerika unterwegs.

Zeit : Wie paßt das zusammen?

Pesce : Über Visualisierung. Wenn man Leuten Dinge greifbar auf dem Bildschirm zeigt, dann können sie sie auch einsetzen. Ich las in der zweiten Ausgabe des Magazins Mondo 2000 das Interview mit Lanier. Da sagt er: "Virtual Reality ist nicht das Fernsehen der Zukunft - sondern das Telephon." Da machte es klick bei mir. Ich wußte, was ich tun mußte. Ich würde dieses Telephon bauen.
Zeit : Und das bedeutet?

Pesce : Mach abstrakte Daten sinnlich wahrnehmbar - schon gewinnen sie Sinn für die Leute. Es geht nicht mehr um eine Benutzerschnittstelle, an deren Rand der Mensch irgend etwas tut. Der Mensch ist integraler Bestandteil.

Zeit : Warum verließen Sie dann Shiva?

Pesce : Ich sah immer mehr, wie sehr sich diese Themen auswachsen würden. Das Management gab mir schließlich die Erlaubnis, meine eigene Firma zu starten. Ich zog nach San Francisco, um mich in die VR-Gemeinde einzuschmeicheln. Die Firma nannten wir Ono Sendai. Der Name stammt aus William Gibsons "Neuromancer". Wir machten viel Forschung und verbrannten jede Menge Geld, und am Ende hatten wir keine Firma mehr. 1991 fing die Sache an, und endgültig pleite waren wir 1994.

Zeit : Warum?

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